Norwegen hat uns die Tage davor komplett verwöhnt. Fjordstille, kaum eine Menschenseele, Temperaturen die selbst im Hochsommer selten über 22 Grad klettern – das Land hat so eine entspannte Art, einem das Gefühl zu geben, man hätte die ganze Landschaft für sich allein gebucht. Wir waren entsprechend gut drauf, als wir uns Richtung Preikestolen aufgemacht haben.
Kurze Randnotiz zur Anfahrt: Wir wären nach unserer Personenzahl eigentlich mit zwei Autos gefahren. Der Parkplatz am Preikestolen Fjellstue kostet pro Tag so um die 300 bis 400 NOK – das summiert sich, wenn man in Gruppen unterwegs ist. Die elegantere Lösung: ich bin früher gestartet und mit dem E-Bike die 14 Kilometer von Jørpeland hochgeschossen. Spart locker 30 Euro.
Am Parkplatz angekommen war dann klar: heute wird es voll. Sehr voll. Der Preikestolen ist mit seinen 604 Metern über dem Lysefjord eines der bekanntesten Naturziele Europas, und an diesem Tag war das spürbar. Die komplette Wanderung von unten bis oben – 3,8 Kilometer, rund 500 Höhenmeter, Stufen, Fels, rutschige Platten – ein nicht abreißender Strom aus Menschen. Der Weg ist dabei wirklich nicht ohne. Nichts Dramatisches für jemanden, der regelmäßig draußen ist. Aber auch kein Spaziergang.