Gute Vorsätze sind das Eine, aber auch gewagte Pläne kann man am Beginn eines neuen Jahres schmieden.

Mit gewagt meinen wir so etwas wie lange Auslandsaufenthalte und ungewöhnliche Lebenskonzepte, also Dinge, die nicht den vermeintlich „gewöhnlichen“ Weg darstellen. Mit Adele Bergzauber gehen wir schon lange solch einen Weg, aber auch abseits davon versuchen wir gern noch ein bisschen extra Würze in unser Leben zu packen.

Neben Adele Bergzauber haben wir rückblickend betrachtet bis jetzt zwei richtig schöne, gewagte Pläne umgesetzt. 2019 auf 2020 waren wir für einige Monate als selbst ernannte Digital-Nomaden in Australien und Neuseeland. Unser Ziel war dezidiert nicht ausschließlich zu Reisen, sondern uns einen Alltag in der Ferne aufzubauen. Dafür haben wir das reine Reisen etwas zurückgeschraubt, uns alternativ in WG´s eingemietet und versucht hier und da etwas sesshaft zu werden. Zwei Wochen reichen manchmal schon, um einen Rhythmus aufzubauen, ein Lieblingscafe zu finden, mit Locals nach Feierabend zum Biken zu gehen, den Spirit einer Region aufzusaugen und sich wie „zuhause“ zu fühlen.

Viel ungeplanter und spontaner haben wir aber schon vor Jahren einen Sprung ins kalte Wasser gewagt. 2014 hatten wir die Idee eine Reise durch Europa zu starten. Wir wollten von Frankreich über die englischsprachigen Länder hoch in den Norden nach Schweden und Norwegen reisen. Ordentliche Ersparnisse hatten wir damals zwar nicht, aber eine Idee: Von Sportevent zu Sportevent stellten wir eine Reiseroute zusammen. Auf den, die Sportevents begleitenden, Messen verkauften wir unsere damals noch selbstgenähten Hoodies und finanzierten so die Weiterreise.

Am Ende umfasste unsere Route 20.000 Kilometer quer durch Europa. Die Events, auf denen wir ausstellten, waren eine bunte Mischung aus Berglaufwettkämpfen in Frankreich, Kajakevents in Schweden, die Europameisterschaft im Marathon Mountainbiken in Irland, Enduro Mountainbike Rennen in Schottland und so weiter und so fort.

Neben der Möglichkeit unsere Kleidung zu verkaufen und dadurch weiter zu reisen, haben wir vor Ort unverhofft zusätzlich etwas Unbezahlbares bekommen, den Zugang zu den lokalen Spezialisten in ihrem Sport. Wir haben so von den geheimen local Trails erfahren, wurden auf Touren ausgeführt und haben Einblicke in Land und Leute bekommen, die wir als außenstehender Tourist nie erlebt hätten.

Am Anfang unserer Planung dachten wir noch wir reisen vier Monate im „Vanlife-Stil“ im ausgebauten Transporter. Da wir aber Ware für 10 Events, einen kleinen Messestand und Sportequipment für 2 Multisportler mitnehmen mussten, hatten wir definitiv ein Platzproblem. Das haben wir aber mit dem Kauf unseres ersten Eigenheimes gelöst. Ganze 6 Quadratmeter mit einer schönen Einbauküche, einem gemütlichen Esszimmer und einem Himmelbett konnten wir unser Eigen nennen. Unser geliebter Hymer Eriba Wohnwagen von 1976.

Als Entscheidungshilfe für die Tour haben wir uns damals eine einfache Frage gestellt. Was ist das Schlimmste was uns passieren kann? Wir haben uns Einiges ausgemalt, aber letztendlich haben wir auf diese Frage keine Antwort gefunden, welche uns langfristig belastet hätte. Und wenn uns nicht einmal der schlimmst-mögliche Fall hart trifft, steht uns doch nichts im Weg. So einfach ist es am Ende – getrost loslegen ist der erste Schritt zum Glück.

Dabei ist es egal, ob der Plan eine Reise ans andere Ende der Welt vorsieht, ein neuer Job in einem anderssprachigen Land ansteht oder der Start in ein neues Leben in einer anderen Kultur. Wenn man keinen Grund findet, der einem nachhaltig schadet, kann man im Zweifel nur gewinnen.

Somit bitten wir zum Jahresbeginn jeden Einzelnen darum, seine Träume vor sich selbst auf den Tisch zu packen und sich zu fragen, was würde ich gerne sein und machen und was steht mir dabei überhaupt wirklich im Weg? Ist der worst case immer noch tragbar, dann legt doch einfach los.

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