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Holger hat eine Prämisse. Egal ob im Winter mit den Skiern oder im Herbst beim Wandern. Am liebsten werden die Touren so geplant, dass sich am Weg eine Hütte befindet. So haben wir das letzte Wochenende genutzt, um eine der letzten geöffneten Hütten in der Wandersaison 2022 zu erwandern – die Landsberger Hütte. Wunderbar gelegen zwischen Tannheimer und Hintersteiner Tal kann man sie entweder direkt erreichen, oder in eine ausgedehnte Wanderung integrieren.

Wir starten unsere Wanderung am Vilsalpsee. Aber nicht nur Holger hat für eine Bergtour seine Prämisse. Lisa plant ihre Touren nach einer möglichst hohen Anzahl an Gipfeln und zudem muss es auf alle Fälle eine Rundtour sein, um ja keinen Weg doppelt gehen zu müssen. Dabei gilt die Devise je anspruchsvoller das Gelände, desto besser.

Ganz gemäß unserer beiden Ansatzpunkte planen wir erst aufs Gaishorn zu steigen, anschließend das raue Rauhhorn zu erklimmen, um dann zu guter Letzt in der warmen Berghütte einzukehren.

Die gesamte Runde entpuppt sich als etwas länger als gedacht. Da wir seit langem anstelle der Trailrunningschuhe wieder einmal unsere Wanderschuhe tragen, sind Kilometer und Höhenmeter deutlich zeitintensiver als sonst. Zudem bietet das widrige Wetter wunderschöne Stimmungen, um zu Fotografieren.

Auf unserem ersten Gipfel, dem Gaishorn, ist es eiskalt und windig, es fühlt sich an wie ein Vorbote für die kommende Skitouren-Saison. Nach einer sehr kurzen Rast, dick eingepackt in mehrere Schichten, steigen wir ab und machen uns über den Gratweg auf zu Gipfel Nummer Zwei.

Kurz vor der Scharte verziehen sich die Wolken, welche die letzte Stunde das Rauhhorn verhüllt haben und geben den Blick auf den Weiterweg und das Gipfelkreuz frei. Die Überschreitung des Rauhhorns verlangt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Lisa ist in ihrem Element und freut sich über jede einzelne Kraxel-Passage. Holger freut sich – vor allem wenn es wirklich ausgesetzt ist – über das ein oder andere Drahtseil. Wenn man nicht ganz so kraxelbegeistert ist, könnte man das Rauhhorn auch auf dem sehr schönen und deutlich einfacheren Jubiläumsweg umgehen.

Nach der Überschreitung des Rauhorns hat man einen perfekten Blick auf den berühmt-berüchtigten Schrecksee. Der Schrecksee hat es zu einiger Berühmtheit als traumhafter Zeltplatz geschafft. Und zwar so sehr, dass im Sommer am Einstieg zum Wanderweg die Polizei Gepäckkontrollen vornimmt, um die Natur vor Wildcampern zu schützen. Wir queren das Plateau in einem steten Bergauf und -ab. Wenn man zurück Richtung Hinterstein und Allgäu blickt, kommt einem alles sehr gemütlich vor. Blickt man jedoch Richtung Lechtal und in die Allgäuer Hochalpen ist die Stimmung düster, die Berge wirken abweisend und richtig wild.

Kurz vor unserem letzten Anstieg des Tages, am Lachenjoch, taucht zusätzlich die Abendsonne auf. Doch zum Genießen bleibt nicht mehr allzuviel Zeit, dem Holger wurde ja ein Essen auf der Hütte versprochen. So beeilen wir uns über die letzte Kuppe zu kommen, steigen ab zur Landsberger Hütte und sind auf einmal wieder mitten in der Zivilisation. Das letzte Hüttenwochenende wird gut genutzt, die Hütte ist voll und wir ergattern noch einen Sitzplatz in der Stube.

Die vegane Linsensuppe kann sich sehen lassen, dampfend heiß, herzhaft im Geschmack und vor allem eine stattliche Portion. Den Abstieg zum Vilsalpsee schaffen wir im letzten Licht. Für die Radtour bis zum Auto in Tannheim nutzen wir dann aber schon die Smartphones als Lichtquelle.

Bei uns macht genau diese Kompromissfindung unsere Touren immer so besonders. Einem Gipfel ohne Einkehrschwung fehlt das Gesellige und einem Einkehrschwung ohne Gipfel das Abenteuer.

Einem Freund oder einer Freundin zuliebe etwas Neues auszuprobieren oder etwas “mitzumachen” erweitert oftmals den Horizont und beschert einem neue Erlebnisse – wenn auch nur der kulinarischen Art 😉.

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