Unsere Abfahrt nach Portugal haben wir so geplant, dass wir auf jeden Fall rechtzeitig am 7. Oktober in Porto sein konnten, um die portugiesische Modemesse Modtissimo zu besuchen. Messen sind immer die beste Gelegenheit, sowohl bestehende Partner kurz zu besuchen, als auch neue Trends zu entdecken und neue Kontakte zu knüpfen.

Die Modtissimo ist im Vergleich zu den Messen in München und Paris eine eher kleine Messe, bietet uns aber die besondere Möglichkeit ausschließlich portugiesische Produzenten kennen zu lernen. Zudem sind unsere aktuelle Partner teilweise auch auf der Messe und es fühlt sich nun schon richtig “heimisch” an, da wir mittlerweile an jeder Ecke jemanden kennen.

Das Messegelände befindet sich direkt am Fluss Douro und auf dem Weg von der Metro zur Messe spaziert man durch die wunderschöne Innenstadt. Bei den aktuellen Temperaturen und dem herrschenden Sonnenschein fühlt es sich insgesamt eher wie ein City Trip und weniger wie Arbeit an. Wäre da nicht der mit Mustern voll gepackte Rucksack, den man immer auf der Messe dabei hat, um aktuelle Stücke oder ein vergleichbares Stoffmuster zeigen zu können.

Die Messe selbst ist im Erdgeschoss eines riesigen, historischen Gebäudes untergebracht und im ersten Stock befindet sich ein Museum. Die hohen Hallen sind aufgeteilt nach dem Angebot der Aussteller. In einer großen Halle befinden sich die Stände der Nähereien, in der nächsten die Stoffhersteller.

Wir beginnen morgens damit die „garment producers“ Stück für Stück abzulaufen. Dabei prüft man die Qualität der gezeigten Musterstücke, unterhält sich mit dem ein oder anderen potentiellen neuen Produzenten und besucht die Partner, mit denen man schon arbeitet. 

Wir haben den großen Vorteil, dass wir die nächsten Monate hier sein werden. So vereinbaren wir mit unseren bestehenden Partnern Termine in den nächsten Wochen, um in aller Ruhe die Details zu laufenden Produktionen vor Ort in der jeweiligen Näherei zu besprechen. Bei neuen potentiellen Partnern sammeln wir Visitenarten ein, um bei Bedarf wieder auf sie zurück kommen zu können.

Nach einer Mittagspause in der Sonne widmen wir uns den Stoffherstellern und besuchen vor allem die Stoffproduzenten, mit denen wir bereits arbeiten um zu sehen welche Neuheiten es gibt und um in deren zahlreichen Stoffmustern nach passenden neuen Stoffen zu suchen. Dabei hat man in der Regel mehrere Stangen mit Stoff-Mustern und sucht sich daraus mittels Prüfung der Zusammensetzung, Dicke des Stoffs und vor allem durch Überprüfung der Haptik neue Stoffe aus. Diese bekommt man dann per Post ein paar Tage später zugesandt. Über die Laufe der Jahre sammelt man so eine ganz eigene Bibliothek an Stoffmustern an.

In ein paar Tagen sollten die neu ausgewählten Stoffmuster also per Post bei uns in der Ferienwohnung ankommen. In der Regel erhält man auch die Meterpreise zeitgleich per Email. Wir schauen die Muster dann nochmals im Detail durch und überlegen, welche für die aktuell neu geplanten Produkte tatsächlich in Frage kommen.

Am Ende unseres Messetages sind wir voll neuer Eindrücke – sowohl in Bezug auf die Stoffqualitäten, als auch in Bezug auf die Gespräche mit den portugiesischen Produzenten. Portugal ist ein Land, in dem der persönliche Kontakt mit den Menschen ein großer Bestandteil einer gut funktionierenden Zusammenarbeit ist. Wir arbeiten nicht mit Firmen, sondern wir arbeiten mit den Menschen.

So spazieren wir am Nachmittag noch durch die Altstadt, gönnen uns ein Pastel de Nata und einen Espresso und sind gespannt, was die kommenden Wochen bringen werden.

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