Ein Besuch in Lissabon, der bunten und lauten Hauptstadt Portugals, lohnt sich grundsätzlich schon von ganz allein und besonders wenn es im Herbst in Deutschland kalt und regnerisch wird, lockt die südlich gelegene Hauptstadt Portugals mit warmen Temperaturen. Aber nicht nur die Anzahl der Sonnenstunden, sondern vor allem die Mountainbike-Trails im etwas westlich gelegenen Naturpark Sintra-Cascais sind für uns der Grund für einen Abstecher in den Süden.

Portugal haben wir bisher nicht unbedingt als „Mountainbike-Destination“ im Kopf gehabt.

Um den Sommer zu verlängern, kamen uns bisher immer die üblichen Verdächtigen unter: Finale Ligure, das Vinschgau & der Comer See. Die italienischen Hotspots für Alle, die das Dolce Vita, Meeresrauschen und viele unterschiedliche Trails auf einem Haufen lieben.

Dass sich direkt in der Nähe von Lissabon ein wahres Trailparadies findet, war uns bisher, obwohl wir mindestens zweimal im Jahr in Portugal unsere Nähereien besuchen, nicht bewusst.

Der Hotspot des Mountainbikens ist der „Sintra-Cascais Naturpark“, welcher sich ca. 30 Autominuten westlich von Lissabon, an der westlichsten Ecke Portugals, bzw. sogar des Festlandes Europas befindet. Die zu tretenden Höhenmeter auf dem Bergrücken mit seinen Ausläufern bis an die Küste, sind zwar überschaubar, aber man kann die mehr als 30 unterschiedlichen Trails, welche sich größtenteils in urwaldartigem Wald befinden, zu großen Runden zusammen fügen und so hier mehrere Tage verbringen und immer wieder neue Ecken erkunden. Wir kommen täglich auf locker 1300 Höhenmeter und haben dabei keinen Trail zweimal befahren. Wer ein bisschen Sightseeing einbauen möchte, kann auf Trails bis nach Sintra radeln und ganz nebenbei in die Touristenströme eintauchen, um die beeindruckenden und farbenfrohen Schlösser von Sintra zu sehen – oder sich einfach Mittags in ein überteuertes Cafe setzen und das Treiben beobachten. Der „überteuerte“ Kaffee, kostet dann genauso viel wie ein italienischer Espresso.  

Die Trails im Naturpark sind teilweise schön angelegt und extra gebaut oder verlaufen auf vorhandenen Wanderwegen. Der Ansturm hält sich insgesamt in Grenzen, aber auch hier lernen wir wieder die portugiesische Freundlichkeit und Offenheit kennen. Am Traileinstieg werden wir mehrfach mit Tipps versorgt und ein besonders motivierter junger Portugiese nahm uns kurzerhand mit auf seinen Lieblibgstrail.

Unser Highlight war der „Burros“ (Esel) Trail. Er führt vom höchsten Punkt der Festung Peninha bis an den touristischen Guincho, einen weitläufigen wunderschönen Sandstrand. Auf der Abfahrt verbrennt man, da der Trail schön flowig durch die offene Hügellandschaft verläuft, kaum Kalorien und somit kann man, wie wir, jeden Abend – auch wenn das Hungertuch schon an einem nagt – mit stetigem Atlantik-Blick den Tag auf dem Esel Trail beenden. 

Und genau so, wie man in Italien das Gelato feiert, gibt es hier am Strand als Belohnung ein Pastel de Nata, ein Blätterteig- Gebäck gefüllt mit warmen Pudding. 

Der beste Ausgangspunkt, um mehrere Tage auf den Trails unterwegs zu sein, ist Malveira de Serra. Es ist nicht touristisch und hat alles was das Herz begehrt – Bäckerei, Bar, Restaurant und einen Supermarkt. Zufällig haben wir eine sehr bikerfreundliche Unterkunft entdeckt, das Sunny Soul Sport Retreat. Sehr zu empfehlen!

Wer abends noch Lust auf Großstadt hat, kann mit dem Zug von Cascais nach Lissabon fahren. Oder alternativ bei der Anreise direkt eine Nacht in Lissabon bleiben und morgens noch in „Monsanto“ biken gehen. Wir wurden von den Locals allerdings gewarnt, dass man – wenn überhaupt – erst nach Monsanto geht und dann nach Sintra 🙂

Wer aber gerne früh morgens eine kleine Stadtrundfahrt mit etwas Abfahrtsspaß verbinden möchte, dem können wir Monsanto trotzdem empfehlen. 

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